Garantiert ein Platz
Nicht zu wissen, ob man einen Platz findet, stresst mehr als gedacht – das zeigt eine Studie. Wie du unterwegs entspannt in den wichtigen Call gehst.
Von Florian Balhorn, Gründer von InstaDesk, Hamburg ·
Zwölf Minuten bis zum wichtigen Video-Call. Du bist in der Stadt, der Akku zeigt 20 Prozent, das erste Café ist voll. Im zweiten gibt es einen Platz, aber direkt neben der Kaffeemühle. Im dritten sagt dir ein Blick der Bedienung, dass Laptops hier gerade nicht so gern gesehen sind.
Das Gespräch selbst wäre machbar gewesen. Was dich fertig macht, ist die Suche davor.
Nicht wissen ist schlimmer als wissen
Dass Ungewissheit uns mehr stresst als eine klare, sogar unangenehme Aussicht, haben Forschende am University College London gemessen. Sie ließen 45 Freiwillige ein Computerspiel spielen: Unter Steinen konnte eine Schlange liegen – und wer eine fand, bekam einen leichten Stromschlag an der Hand. Die Wahrscheinlichkeiten änderten sich im Lauf des Spiels.
Am stärksten gestresst waren die Teilnehmenden nicht, wenn der Schlag sicher kam. Sondern bei einer 50-Prozent-Chance – also dann, wenn sie am wenigsten wussten, was passieren würde. Bei 0 und bei 100 Prozent war der Stress am geringsten. Gemessen wurde das nicht nur per Selbstauskunft, sondern auch an Pupillen und Schweiß. Die Studie erschien 2016 in Nature Communications.
Einer der Forscher fasste es sinngemäß so zusammen: Nicht zu wissen, ob ein Schlag kommt, sei viel schlimmer, als sicher zu wissen, dass er kommt – oder eben nicht.
Die kleine Ungewissheit des Alltags
Einen Arbeitsplatz zu suchen, ist zum Glück kein Stromschlag. Aber das Muster kennst du: Findest du einen Tisch? Gibt es eine Steckdose? Darfst du telefonieren? Ist es ruhig genug, um eine Präsentation zu halten, ohne dass jemand im Hintergrund Milch aufschäumt?
Jede dieser Fragen ist klein. Zusammen machen sie aus einem entspannten Arbeitstag eine Kette von 50-Prozent-Momenten. Und genau die kosten Kraft, bevor die eigentliche Arbeit überhaupt anfängt.
Ein Platz, auf den du dich verlassen kannst
Die einfachste Art, Ungewissheit loszuwerden, ist eine Zusage. Bei InstaDesk buchst du einen konkreten Platz vorab – und weißt vorher, was dich erwartet:
- Calls: Mit diesem Filter findest du Plätze, an denen Telefonate ausdrücklich erlaubt sind – auch der Video-Call.
- Ruhe: An jedem Platz steht, wie laut es dort ist – leise, normal oder lebhaft. Manche Gastgeber bieten für den wichtigen Call auch Focus-Kabinen an: räumlich abgetrennt, so ruhig, wie es vor Ort geht.
- Sichtschutz: Plätze mit Rücken zur Wand, damit niemand über deine Schulter auf den Bildschirm schaut.
- Strom: Steckdose am Platz, damit die 20 Prozent kein Thema mehr sind.
Einchecken kannst du ab 5 Minuten vor Beginn. Und falls sich dein Tag doch anders entwickelt: Stornieren ist kostenlos bis 2 Stunden vorher.
Spontan – aber mit Plan
Das klingt nach dem Gegenteil von Spontaneität. Ist es aber nicht. Du kannst kurzfristig entscheiden, wo du arbeiten willst – oft reicht ein Blick auf die Karte, während du noch in der Bahn sitzt. Der Unterschied ist nur: Wenn du ankommst, wartet dein Platz auf dich.
Spontan zu arbeiten heißt nicht, auf Glück angewiesen zu sein. Es heißt, frei zu entscheiden – und sich dann auf etwas verlassen zu können.
Kurz gesagt
Unser Kopf verkraftet eine klare Aussicht besser als ein Vielleicht. Ein reservierter Platz nimmt dem Arbeiten unterwegs genau dieses Vielleicht: Du weißt, wo du sitzt, ob du telefonieren darfst und dass die Steckdose da ist. Den Rest erledigst du in Ruhe.