Limitieren statt verbieten
Ein Laptop-Verbot schließt alle aus – auch die, die gern zahlen würden. Warum wenige, markierte und buchbare Laptop-Plätze für alle besser sind.
Von Florian Balhorn, Gründer von InstaDesk, Hamburg ·

Dieses Schild hing im August an der Tür eines Brunch-Restaurants: „LAPTOP-FREE SPACE“. Darunter stand, sehr freundlich formuliert, man bitte die Gäste, im Restaurant keine Laptops zu benutzen, um die Atmosphäre beim Frühstück und Brunch zu bewahren. Danke für das Verständnis, dazu ein kleines Herz.
Ich verstehe dieses Schild. Und trotzdem glaube ich, dass es die falsche Antwort auf eine richtige Frage ist.
Die richtige Frage
Hinter dem Schild steht eine berechtigte Sorge: Wie schütze ich die Atmosphäre meines Ladens? Ein Brunch lebt von Gesprächen, klirrenden Tassen und Zeit füreinander, nicht von Bildschirmen. Wer samstags um elf mit Freunden frühstückt, möchte nicht neben einer Reihe aufgeklappter Laptops sitzen. Und wer ein Café führt, kann nicht davon leben, dass ein Tisch stundenlang für einen einzigen Kaffee belegt ist. Das berichten Gastronominnen und Gastronomen immer wieder.
All das stimmt. Nur beantwortet ein Verbot die Frage mit einem Rundumschlag.
Warum ein Verbot zu viel verbietet
Ein Laptop-Verbot gilt für alle, immer und an jedem Tisch. Es trifft die, die sich am Wochenende stundenlang breitmachen würden. Es trifft aber auch die Person, die dienstags um zehn gern zwei Stunden an ihrem Wunschplatz gearbeitet hätte, mit Steckdose und Rücken zur Wand, während der Raum halb leer ist. Und die dafür sogar bezahlt hätte.
Dazu kommt: Das Schild hängt an der Tür, nicht in der Suche. Wer unterwegs arbeitet, hat den Weg schon hinter sich, wenn das Schild auftaucht, und wird höflich wieder weggeschickt. Diese Ungewissheit kostet mehr Nerven, als man denkt. Dazu gibt es sogar eine Studie.
Das eigentliche Problem sind nicht Laptops. Es sind zu viele Laptops, zur falschen Zeit, an den falschen Tischen.
Limitieren statt verbieten
Die bessere Regel ist deshalb keine Verbots-, sondern eine Verteilungsregel. Sie hat vier Teile:
- Wenige Plätze. Nicht der ganze Raum wird zum Arbeitsplatz, sondern ein paar ausgewählte Tische. Der Gastgeber entscheidet, wie viele, und damit auch, wie viele Laptops höchstens gleichzeitig im Raum sind.
- Klar markiert. Auf diesen Tischen steht: Hier darf gearbeitet werden. Auf allen anderen genauso deutlich: Hier nicht. Niemand muss raten, niemand muss diskutieren.
- Zu passenden Zeiten. Beim Brunch am Wochenende bleibt alles laptopfrei, am ruhigen Vormittag unter der Woche sind die Arbeitsplätze offen. Manche Cafés machen das schon so, mit einem laptopfreien Wochenende.
- Vorab buchbar. Wer arbeiten will, sieht schon von unterwegs, ob ein Laptop-Platz frei ist, und reserviert ihn. Wer kommt, hat einen Platz, und für den Platz wird bezahlt.
So bleibt der Brunch, was er sein soll. Und der ruhige Dienstagvormittag bekommt einen Preis, statt verloren zu gehen.
Genau dafür gibt es InstaDesk.de
Das ist der Grund, warum wir InstaDesk gebaut haben. Die Stadt hat genug Plätze. Sie sind nur falsch verteilt. Die Antwort darauf ist nicht, Menschen auszuschließen, sondern Plätze klug zu vergeben.
Auf instadesk.de legen Gastgeber selbst fest, welche Plätze buchbar sind und wann. In den Stunden, in denen der Laden voll ist, sind sie über Sperrzeiten einfach nicht buchbar. Ein Aufkleber markiert jeden buchbaren Laptop-Platz. Über seinen QR-Code sieht man, ob der Platz gerade belegt ist und zu welchen Zeiten er heute noch reserviert ist. Für alle anderen Tische gibt es das Gegenstück: einen Aufkleber, der zeigt, dass dort bitte nicht gearbeitet wird.
Als Gast findest du diese Plätze auf der Karte, buchst sie in Schritten von 30 Minuten ab 0,90 € und stornierst kostenlos bis 2 Stunden vorher, falls dein Tag anders läuft.
Niemanden ausschließen
Das Schild an der Restauranttür ist ehrlich und höflich. Aber es sagt einer ganzen Gruppe von Menschen: Du nicht. Ich glaube, das geht besser.
Nicht jeden Tisch dem Laptop überlassen, aber auch niemanden vor die Tür setzen: Limitieren statt verbieten ist für mich der faire Weg. Für das Café, für seine Gäste und für alle, die einfach irgendwo in Ruhe arbeiten wollen.